Powerlesung in Freiburg

Eingang zur Aquaristikabteilung der Zoofachhandlung Burkart in Freiburg

Eingang zur Aquaristikabteilung der Zoofachhandlung Burkart in Freiburg

Die Frau stopfte das Kaninchen in den Korb und fingerte ein paar Münzen aus ihrem Portemonnaie. Dann wandte sie sich zum Gehen. Sebald hielt ihr die Tür auf. »Kleine Frage noch. Welchen Namen hat denn Ihr Kaninchen?«
»Die Kinder haben ihn Lara getauft.«
»Hübscher Name!«
»Lars wäre besser, aber der ist ein Eisbär.«
»Verstehe!« Sebald verstand gar nichts, aber er war ja auch nicht für jedes Rätsel zuständig. Die Tür schwang zu und versetzte eine an der Decke angebrachte Glöckchengirlande in bimmelnde Schwingungen. Er drehte sich um und wäre beinahe mit dem Zoohändler zusammengestoßen.
»Und was kann isch Ihne Gutes tun?«
Sebald lächelte freundlich und näherte sich der kleinen, veralgten Aquarienanlage. In einem der Becken lag ein Totenkopf, dessen Oberkiefer sich langsam hob und unter einem Schwall aufsteigender Luftblasen heruntersackte, bevor das Spiel von Neuem begann.
»Ich hab da eine Frage zu bestimmten Fischen.«

Zitat aus Uwe Krüger: Frankfurter Fische, S. 164, © Emons Verlag, Bildrechte: Zoohandlung Burkart, Freiburg

Wenn Sie wissen möchten, welche Fischarten dem Kommissar Rätsel aufgeben, dann sollten Sie am 18. Juni 2016 in die Zoofachhandlung Burkart nach Freiburg kommen. Zwischen Küssenden Guramis und Hundesnacks erleben die Besucher eine Power-Lesung der besonderen Art: Je nach Interesse tauchen wir tief in die Wasserwelt der »Frankfurter Fische« ein oder fliegen über den Wolkenkratzern von Mainhatten. Kommen Sie in die südbadische Metropole zur Premierenlesung der »Tränen der Vögel«: Dem ersten Ornithologenkrimi der Welt.

Krimilesung in Freiburg

Krimilesung in Freiburg

»Die Tränen der Vögel« des Autoren- und Brüderpaares Krüger ist ein ausgefeilt konstruierter Krimi, dessen verschiedene Handlungsstränge unausweichlich auf den Höhepunkt zusteuern. Die ornithologischen Fachkenntnisse der Autoren sind auf jeder Seite spürbar, denn das Vogel-Thema zieht sich durch den gesamten Roman. Der Leser erfährt nebenbei Interessantes über die Vogelwelt und erhält Einblick in die Ornithologen-Szene. (Pressetext zur Buchveröffentlichung)

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Das gefährlichste Raubtier

Der Mensch - das gefährlichste Raubtier

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Gefährlichste im ganzen Land?

Sebald dachte an den vergitterten, türgroßen Spiegel im Menschenaffenhaus mit dem seltsamen Schild: »Hier sehen Sie das gefährlichste Säugetier der Welt, den Homo sapiens.« Als Kind stand er oft davor, begriff nicht, dass er selbst damit gemeint war, wunderte sich nur, warum seine Mutter hinter ihm wissend ihr eigenes Spiegelbild anlächelte. Lange Zeit hielt er diesen Käfig für ein großes Geheimnis, stellte sich eine Bestie hinter dem Spiegel vor, dessen Gefährlichkeit so groß war, dass man ihren Anblick den Zoobesuchern nicht zumuten konnte.

Zitat aus Uwe Krüger: Frankfurter Fische, S. 18, © Emons Verlag, Bildrechte: Uwe Krüger

Der wörtliche Text auf dem unscheinbaren Schild neben dem Spiegel im alten Affenhaus des Frankfurter Zoos lautet: „Sie sehen hier das gefährlichste Raubtier. Es ist das einzige, das ständig die Tier- und Pflanzenwelt vernichtet.“

Eine halbe Stunde lang habe ich die am verspiegelten Käfig vorbei eilenden Zoobesucher ins Auge gefasst (Menschen im Zoo zu beobachten, ist ein besonderes Vergnügen ;-)) und war erstaunt darüber, dass kaum jemand einen Blick ins eigene Gesicht riskiert hat. Entweder ist der vergitterte Spiegel für die meisten ein Relikt aus alten Zeiten, das man kennt und deshalb kaum noch wahr nimmt, oder aber der selbstkritisch-ironische Blick ins eigene Ich ist genau so selten geworden wie ein Vexierspiegel auf Jahrmärkten und Vergnügungsparks. Wir möchten keinen Spiegel vorgehalten bekommen und erst Recht nicht wollen wir uns mit eigener Schuld beschäftigen. Somit ist die Wirkung des in die Jahre gekommenen zerkratzten Spiegels symptomatisch für unsere Gesellschaft: Selbstkritik – egal in welcher Form – wird als Schwäche ausgelegt und deshalb vermieden.

Im Internet kursieren dermaßen wilde und abstruse Meinungen über den Menschen als das dominierende, alles vernichtende Raubtier der Erde, das man wirklich Angst und Bange vor dem eigenen Nachbarn bekommen kann. Das gipfelt manchmal in einer Art Verherrlichung der Tierwelt bei der Tiere dem Menschen als “humanes“ Vorbild entgegengestellt werden ohne sich über die verhaltensgesteuerten, physiologischen oder populationsdynamischen Hintergründe einer bestimmten Tieraktion auch nur im Ansatz im Klaren zu sein. Bei einigen radikalen Tierschützern habe ich das Gefühl, dass hier Rechte für Tiere eingefordert werden, die über die Menschenrechte hinausgehen. Ganz nach dem Motto: Tiere sind die besseren Menschen.

Der Mensch ist mit Sicherheit das Lebewesen auf der Erde mit der größten Verantwortung gegenüber seinen Mitbewohnern und es dürfte das einzige sein, das sich dieser Verantwortung überhaupt bewusst werden kann. Vielleicht ist das auch der einzige Unterschied, der uns von den Tieren “abhebt“. Wir glauben, dass wir das dominierende Lebewesen auf der Erde sind. Aber stimmt das wirklich? Ratten, Insekten und Bakterien dürften mit den Folgen einer atomaren Katastrophe deutlich besser zurecht kommen als wir, die meisten Tierarten haben Sinnesorgane und Möglichkeiten der Kommunikation entwickelt, die weit über die unseren hinausgehen – sogar unter Berücksichtigung der von uns erfundenen technischen Hilfsmittel – und: auch Tiere können altruistisch, künstlerisch, kreativ und vorausplanend agieren.

Ich behaupte: Der Mensch ist kein Homo rapiens [sic], der in der Gewaltspirale gefangen ist und sich früher oder später selbst aus der Evolutionsspirale bomben wird. Aber, wir sind extrem! Extrem, weil wir einerseits liebevoll und selbstlos bis zur Selbstaufgabe sein können und andererseits, weil es kein Wesen gibt, welches egoistischer, unbarmherziger und phantasievoller Leben vernichtet. Blicken wir also in den Spiegel und lernen wir uns besser kennen. Unsere Mitgeschöpfe werden es uns danken.

Kugelrund und kerngesund

Nilkugelfisch Tetraodon lineatus

Nachdenklich betrachtete der Mann das tote Tier. Diesmal würde nichts schiefgehen! Das Zombiegift wirkte von außen nach innen. Zuerst wurden die Lippen taub, die Fingerspitzen, Arme und Beine verloren ihr Gefühl, wurden unbeweglich. Schließlich verflachte die Atmung, der Kreislauf brach zusammen, und ganz zuletzt – wie eine Hand, die das Rädchen am Uhrwerk stoppte – lähmte das Gift den Herzmuskel.

Zitat aus Uwe Krüger: Frankfurter Fische, S. 388, © Emons Verlag, Bildrechte bei Andreas Hamacher.

Möchten Sie den ganzen Tag Fische häuten, deren Leber und Geschlechtsdrüsen separieren und das Muskelfleisch zu hauchdünnen Scheiben filetiert auf Bambusteller arrangieren? In Japan werden sie für diese Tätigkeit mehr Anerkennung bekommen, als hierzulande ein Erfolgstrainer der Fußball-Bundesliga. Das Zertifikat zum Zerlegen erhält nur jeder zweite Bewerber und auf denen, die es geschafft haben und sich lizensierter Fugu-Meisterkoch nennen dürfen, lastet die schwere Pflicht, für das Leben leichtsinniger Feinschmecker verantwortlich zu sein.

Fugu bedeutet wortwörtlich “Flussschwein“, womit allgemein Kugelfische gemeint sind. Diese weltweit in den Tropen und Subtropen vorkommende Fischgruppe scheint wie aus dem Comic-Heft entsprungen – pardon: entschwommen – zu sein: ein Musterbeispiel für die Eskapaden der Evolution. Kugelfische sind eigentlich unmöglich. Sie können rückwärts schwimmen, sich wie eine Wasserbombe volllaufen lassen, haben ein Gebiss wie ein Papagei und blaue Augen wie Cameron Diaz. Sie vergraben sich wie Schollen im Sand und vertragen Giftkonzentrationen, bei denen andere Lebewesen – einschließlich Homo sapiens – schon längst die Flossen gestreckt hätten.

Was den Fisch gefährlich und – für den japanischen Restaurantbesucher – so attraktiv macht, ist das in der Haut und den Eingeweiden eingelagerte Tetrodotoxin, eines der stärksten Nervengifte, welches die Natur kennt. Wie genau das Gift in den Kugelfisch gelangt ist immer noch umstritten, wobei es eindeutige Hinweise darauf gibt, dass das Gift über die Nahrung im Fisch angereichert wird. Im Aquarium gepflegte Kugelfische verlieren deshalb mit der Zeit ihre Giftpotenz, aber man sollte sich nicht darauf verlassen und Kugelfische prinzipiell nicht als Notlösung für den vergessenen Weihnachtskarpfen in Betracht ziehen.

Wenn Sie wissen möchten, wie sich eine Vergiftung mit Tetrodotoxin anfühlt, müssen Sie nicht unbedingt nach Tokio fliegen und 400 Euro für ein Essen ausgeben. Im letzten Abschnitt meines Buches vergiftet der Killer sein Opfer mit einem Extrakt aus Kugelfischeiern. Wie es dem Opfer gelingt, das Voodoo-Gift zu überleben, müssen Sie jedoch selbst lesen.

Auf alle Fälle ist der Nilkugelfisch (Tetraodon lineatus; ein Synonym ist T. fahaka) ein faszinierender Vertreter der Flussschweine, dessen Pflege im Aquarium jedoch Spezialisten vorbehalten sein sollte. Denn auch ohne Kugelbauch wird er so groß wie ein betagter Karpfen. Aber sie wissen ja jetzt: Ein Fugu sollte nur in Japan auf den Teller kommen. Nehmen Sie trotzdem jemanden zum Vorkosten mit.

Im Bauch der Stadt

Klinkerkanal mit Spültor Frankfurt web

Unter dem Asphalt: Typisches Kanalprofil mit eisernem Spültor

Hanna ließ sich Zeit, erspürte die Besonderheiten der Umgebung, so als tauchte sie in einem unbekannten Gewässer. Sie sog den extranen Kosmos auf, bis sie eine Ahnung von seiner Konstruktion, seiner Funktionalität hatte. Hanna merkte, dass sie anfing, die Welt hier unten mit der da oben zu vergleichen, und insgeheim von »drinnen« und »draußen« sprach, als befände sie sich in einem Gefängnis unter der Erde. Sie machte einen vorsichtigen Schritt durch den Schlamm. Der Boden war schmierig und stieg auf beiden Seiten an.

Zitat aus Uwe Krüger: Frankfurter Fische, S. 359, © Emons Verlag, Bildrechte: Uwe Krüger

Die Recherche für eine Geschichte kann lustbetont oder grauenvoll sein. Es gibt kaum etwas Befriedigenderes als die Recherche an einem interessanten Thema und die gelungene Transferierung der neu gewonnenen Fakten in eine ansprechende literarische Szene. Zum Fluch wird das Ganze, wenn die Recherche aufgrund fehlender Quellen nur zeit- und kostenintensiv oder gar nicht möglich ist. Im schlimmsten Fall kann dies zu einer Schreibblockade führen und die Story hängt dann an einer Stelle und kommt nicht über die dort bitter benötigte Information hinweg. So erging es mir, als ich Hanna in die Frankfurter Kanalisation hinabsteigen ließ. Okay, man kennt ja verschiedene Szenen aus alten Edgar-Wallace-Filmen in denen sich der Bösewicht in der Londoner Kanalisation versteckt. Aber stimmt dieses Bild-im-Kopf mit der Wirklichkeit überein? Wie fühlt sich das Mauerwerk an? Wie genau riecht es in der Kanalisation? Wie tief muss man hinabsteigen? Was hört man dort unten? Wie rutschig ist der Boden? Solche Fragen waren für mein geplantes Kapitel im Bauch der Stadt wichtig und kein Google und Co konnte sie mir beantworten.

Ich war deshalb hoch erfreut als sich der Leiter der Abteilung 68.3 des Frankfurter Amtes für Stadtentwässerung bereit erklärte meine „recht speziellen“ Fragen bei einem Gespräch in der Niederräder Zentralreinigungsanlage zu beantworten. Spontan bot man mir dort die Möglichkeit an, bei einem Reinigungseinsatz in der Nähe der Großmarkthalle mitzumachen. Mein kleines Abenteuer unter Tage beantwortete nicht nur alle Fragen rund um die Frankfurter Kanalisation, sondern gab mir auch den entscheidenden Kick meinen Kriminalroman weiterschreiben zu können. Dafür bin ich noch heute dankbar. Den Männern (ist halt nach wie vor eine Männerdomäne, wahrscheinlich weil Frauen die feineren Nasen haben) von der Stadtentwässerung gebührt jedenfalls mein höchster Respekt bei ihrer anstrengenden und gefährlichen Arbeit. Aber eines ist sicher: Die Unterstadt ist auf ihre eigene Weise faszinierend schön und hat sich den Charme einer vergangenen Zeit bewahrt. Lesen Sie was Hanna im Bauch der Stadt erlebt und erspüren Sie die Ästhetik eines ganz nahen unbekannten Ortes.

Pilz Kanalisation Frankfurt_web

Eine unerwartete Begegnung: Aus den Fugen der Klinkersteine wachsen pigmentlose Pilze wie knöcherne Finger

Cyprinus caprio – ein kosmopolitischer Tausendsassa unter den Fischen

Der Karpfen am Grunde des Sees erwachte aus seiner Mittagsruhe, schob sein Maul in den weichen Schlamm und begann nach Futter zu suchen. Plötzlich zuckte das Tier zurück. Im Schlamm lag etwas Hartes, Unbekanntes. Vorsichtig stupste der Karpfen mit dem Maul dagegen, prüfte mit den empfindlichen Barteln Geschmack und Geruch. Das Tier benötigte nur wenige Sekunden, um zu begreifen, dass das Ding nicht fressbar war. Mit einem kräftigen Flossenschlag entfernte sich der Fisch und hüllte die Taucherbrille in eine Wolke aus Sediment.

Zitat aus Uwe Krüger: Frankfurter Fische, S. 32, © Emons Verlag, Bildrechte bei Andreas Hamacher.

Kampfstark, robust und geheimnisvoll … diesen Eindruck hinterlässt der Karpfen bei allen Menschen, die schon einmal direkt mit ihm zu tun hatten. Und das sind nicht wenige: Als kapitale Beute erscheint er in den Tagträumen vieler Angler und die Suche nach dem Köder aller Karpfenköder füllt die Foren der Angelportale, so dass man fast meinen könnte, das Wissen um Boilieteigmischungen, Farbmaden und Rosinen am Haar ist wichtiger als das eigentliche Fangerlebnis, das mit Mais aus der Dose genauso gut zu erreichen wäre.

Bei neureichen Geschäftsleuten schwebt er als lebendes Pendant zum roten Porsche durch den großzügig angelegten Gartenteich und seine Besitzer spiegeln sich gerne im Glanz seiner bunten Schuppen bis ein Graureiher das Ikebana-Biotop entdeckt hat und der stillen Selbstbeschau ein jähes Ende bereitet.

Als robuster Fisch verträgt er auch Sauerstoffkonzentrationen von 4 mg/l und da er bei gutem Nahrungsangebot schnell wächst, avancierte er im Mittelalter zur Lieblingsspeise von Nonnen und Mönchen während der langen Fastenzeit. Einzelne Exemplare werden bis zu 60 Jahre alt und über 40 kg schwer. Man unterscheidet vier verschiedene Zuchtformen, die sich durch ihr Schuppenkleid unterscheiden. Karpfen ohne Schuppen bezeichnet man als Lederkarpfen oder sinnigerweise als Nacktkarpfen.

Als kulinarische Ausnahmeerscheinung loben ihn die Franken in den höchsten Tönen und zugegeben – im Teigmantel gebraten und mit einem trockenen Weißwein veredelt – erreicht und übertrifft er das Geschmackserlebnis eines Lachsgerichtes aus der Tiefkühltruhe mit Leichtigkeit. Das Fleisch von Karpfen, die schlammig schmecken, ist keineswegs schlecht, sondern enthält Spuren von Geosmin, einem natürlich vorkommendem Alkohol-Derivat, der von bestimmten Blaualgen im Gewässer produziert wird. Der menschliche Geschmackssinn reagiert überaus sensibel auf Geosmin, so dass man Karpfen, die beim Gründeln die Algen aufgenommen haben, erst einige Wochen in klarem Wasser hältern muss bevor sie geschmacksneutral zubereitet werden können.

Der Karpfen bewohnt fließende und stehende Gewässer auf allen Kontinenten. Nur in Australien möchte man ihn wieder loswerden, da er nicht in die einzigartige Fauna des Inselkontinentes zu passen scheint. Australische Wissenschaftler wollen dazu genmanipulierte Karpfen aussetzen, die keine weiblichen Nachkommen produzieren können. Man erhofft sich dadurch einen Zusammenbruch der dort unerwünschten Karpfenpopulation. Was clever klingt, könnte sich zu einem ichthyologischen Desaster entwickeln, falls das so genannte “Tochterlos-Gen“ die Artschranke überwindet und auf andere Fischarten “überspringt“.

Nachts im Antiquariat: Die Buchhandlung Schutt lädt ein

Dinosaurier vermehren sich in Frankfurt: Das Beweisfoto zeigt ein juveniles Exemplar von Tyrannosaurus rex, aufgenommen im Frankfurter Grüneburgpark am 1. April 2014

Dinosaurier vermehren sich in Frankfurt: Das Beweisfoto zeigt ein juveniles Exemplar von Tyrannosaurus rex aufgenommen im Frankfurter Grüneburgpark am 1. April 2014

In der linken Hälfte des Saals streckten eine Tyrannenechse und ein Diplodocus ihre knochigen Hälse wie zum Wettstreit in die Höhe. Rechts erkannte er den gewaltigen Schädel eines Dreihorns, das seine spitzen Knochen bedrohlich in seine Richtung schwenkte. Am Fuß der Treppe schwebte wie auf Zehenspitzen eine Stachelschwanzechse, deren schmaler Schädel an ein Alien-Porträt erinnerte. Sebald ließ seinen Blick über die toten Riesen schweifen. Obwohl die Knochen der Saurier gigantisch waren, boten sie doch nicht genügend zusammenhängende Fläche, um sich dahinter zu verstecken. Er lauschte. Bis auf seinen eigenen pochenden Pulsschlag und das leise Summen einer elektrischen Spannung konnte er keinen Ton vernehmen. Nichts. Ausdruckslos blickten die Donnerechsen mit ihren durchlöcherten Schädeln auf ihn herab, und der weit aufgerissene Kiefer des Tyrannosaurus bleckte wie erstarrt in die Luft. Er holte tief Luft und betrat das Herz des Museums.

Zitat aus Uwe Krüger: Frankfurter Fische, S. 147, © Emons Verlag

“Nachts im Antiquariat“ werden nicht nur Saurierskelette literarisch zum Leben erweckt, sondern auch giftige Skorpione, menschenfressende Krokodile, elektrische Welse, stechende Rochen und unbekömmliche Kugelfische. Folgen Sie Hauptkommissar Klaus Sebald bei seiner abenteuerlichen Recherche quer durch das tierreiche Frankfurter Nachtleben.

Buchhandlung Schutt

Wann? Am Samstag, den 31. Mai 2014 um 20.00 Uhr

Wo? Im Antiquariat der Buchhandlung Schutt, Arnsburger Straße 76, 60385 Frankfurt

Eintritt: 5,00 EUR

Vorbestellungen und Infos unter Tel. 069 435173

Der erste Krimi rund um ihre Leidenschaft!

Der neue Krimi rund um die AquaristikSie öffnete eine Dose Trockenfutter mit Spirulina-Garnelen-Geschmack und streute die Flocken in ein Aquarium mit Kongosalmlern und Silberwelsen, die sich sofort darüber hermachten. Den gefräßigen Flösselhechten, die mit ihren langgestielten Flossen eher an Krokodile erinnerten, warf sie ein halbes Dutzend Futterguppys hinein und für die unter der Wasseroberfläche lauernden Schmetterlingsfische fingerte sie ein paar morgenmüde Stubenfliegen aus einer Zuchtdose. Aus einem kleineren Becken fischte sie eine walnussgroße Apfelschnecke heraus und näherte sich dem Aquarium, in dem der riesige Fahaka wie ein untergetauchter Baseball planschte. Nervös schnappten die kräftigen Zähne nach der Schnecke in Hannas Hand. Der Kugelfisch streckte sein Maul aus dem Wasser und Hanna schob ihm die Schnecke zwischen die Kiefer. Mit einem Knacken brach er die Schale, schlürfte das Fleisch ein und tauchte ab.

Zitat aus Uwe Krüger: Frankfurter Fische, S. 46, © Hermann-Josef Emons Verlag.

Ein unglaublich spannender Frankfurt-Krimi. Vor allem Fischfreunde kommen dabei auf Ihre Rechnung.“ Frankfurter Stadt-Kurier (Ausgabe 47-2013)

Belletristik, die Alltägliches kunstvoll umschreibt, ist hier wunderbar mit fachlichen Details verknüpft, einfach meisterhaft!“ Dr. Hans-Joachim Herrmann (Aquaristik Fachmagazin Nr. 233)

Für jeden Aquarianer/in mit Faible für Krimis unbedingt zu empfehlen – aber bitte nicht nachmachen!“ – Bernd Poßeckert (Online Aquarium-Magazin, Ausgabe 11-2013)